Das nächste Verzeichnis der Teledeal Media des Nizam Toru: standortanzeige.de

03.03.2021 – Seit mehr als fünf Jahren berichten wir nun über die Firma Teledeal Media, Inhaber Nizam Toru. Aus 46446 Emmerich am Rhein wird mit Anrufen bei Gewerbetreibenden und Freiberuflern versucht, an deren Aufträge für einen Eintrag in einem Internetverzeichnis zu gelangen. Von den Betroffenen wird dann viel Geld verlangt.

[Zum Blog-Beitrag vom 08.01.2016 mit diversen Updates - Wieder mit Doppel-Anruf-Masche: die Teledeal Media des Nizam Toru aus Emmerich]

Jetzt segelt man unter neuer Flagge: als sogenannter Standortanzeiger. Mit den Seiten standortanzeige.de und standortanzeige.com.


Mit einer Story und zwei Anrufen

Wieder wurde uns ein Vorgehen berichtet, das dem ähnelt, wie wir es 2016 in unserem Blog geschildert hatten. Mit einem unerwarteten Anruf, einem Cold-Call, einem Verkaufsgespräch, bei dem mit einem saftigen Rabatt – nur heute, hier und jetzt – nachgeholfen wird und einer Fortsetzung, bei der ein angeblicher Vertragsschluss telefonisch aufgezeichnet wird. Dort wird so abgefragt, dass die Antworten in der Regel „ja“ lauten. Eine Bezugnahme auf die Behauptungen im Teil wird nicht deutlich; die Vorgeschichte, der voran gegangene Inhalt, geht aus dem Mitschnitt nicht hervor. Dieses Vorgehen hat aus Sicht der Teledeal Media des Nizam Toru den Vorteil, dass man den Betroffenen später den Mitschnitt mit dem Argument vorhalten kann, sie hätten sich ohne Wenn-und-Aber mit einem kostenpflichtigen Eintrag unter standortanzeige.de und standortanzeige.com einverstanden erklärt.

[Mehr zu der Doppel-Anruf-Masche]

Ein oder zwei Tage später kommt eine Rechnung. Trotz vorgeblichen Rabattes sollen die Betroffenen über 1.000 EUR auf ein Konto bei der Sparkasse Rhein Maas zahlen. Für Erstellung, Veröffentlichung und einem nicht näher dargestellten SEO auf den Standortanzeige-Seiten. Bei Zahlung innerhalb von 8 Tagen kann man 10% Skonto in Abzug bringen.

Später wird mit diversen Zahlungserinnerungen und Mahnungen belästigt, sowie mit Inkassobüros oder Inkassoanwälten bedroht.


Auszug aus einer Rechnung der Teledeal Media, Inhaber Nizam Toru für den Standortanzeiger


Wer braucht so etwas wie Standortanzeige.de?

Das auf standortanzeige.de und standortanzeige.com eingestellte Verzeichnis entspricht dem, was man von solcherart Firmen der speziellen Werbe-Szene gewohnt ist. Wer regelmäßig unseren Blog liest, weiß, was damit gemeint ist. Für das viele Geld, das verlangt wird, gibt es nach unserer Auffassung keine adäquate Gegenleitung.

Die Rechnung verweist auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Teledeal Media. Wie üblich bei solchen Firmen findet sich darin versteckt eine Verlängerungsfalle, mit der man wohl noch länger zu kassieren hofft:

" Der Vertrag verlängert sich jeweils um weitere 12 Monate zum Standardpreis ohne die anfänglich gewährten Rabatt/e und Prozente, falls er nicht spätestens 12 Wochen vor Ablauf des Vertrages in Schriftform gekündigt wird. "

Die Bezugnahme auf die Schriftform ist eine weitere Falle. Die Kündigung kann nicht einfach mit einer E-Mail erklärt werden. Sie bedarf einer eigenhändigen Unterschrift, einer notariellen Beurkundung oder eine qualifizierte elektronische Signatur, schreibt das Bürgerliche Gesetzbuch in den §§ 126 und 126a BGB vor.


Solche Forderung lässt sich abwehren

Viel zu viele zahlen. Selbst nachdem sie merken, um was es wirklich geht. Sonst wäre das Geschäftsmodell der Doppel-Anruf-Masche längst beendet. Doch solcherart zustande gekommene Verträge lassen sich angreifen. Je früher desto besser.

Immer wieder machen wir auch diese Erfahrung: wenn es einer Firma gelang, mittels Doppel-Anruf-Masche an einen Auftrag zu kommen, ist die nächste oft nicht weit; kein Wunder, hängt doch in dieser speziellen Geschäfts-Welt alles mit vielem zusammen. Man beruft sich dann darauf, das erste Telefonat sei nicht aufgenommen worden. Oder: man hätte vergessen, eine automatische Vertragsbeendigung zu erwähnen. Auf die Weise wird ein weiterer Vertrag untergeschoben. Und immer wieder: es gäbe noch ein weiteres Internetverzeichnis, das man nicht rechtzeitig gekündigt haben. Manche sahen sich am Schluss mit einer Vielzahl von Verträgen konfrontiert.

Es hilft nur eines: drücken Sie solche Anrufe kommentarlos weg, lassen Sie sich nicht auf ein Gespräch ein. Das versteht man. Nach einiger Zeit wird man aufgeben.



Siehe auch:

[Callcenter - Maschinenräume der Abzockerszene]





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