Teil 3 - Kölner Masche: ein TEG Verlag für die Brandt Reklame Tic. Ltd., Şti. Und die für die CED Verlag UG

09.06.2022 – Im Herbst 2021 berichteten wir zum ersten Mal über die türkische Brandt Reklame Tic. Ltd., Şti.. Mit der Kölner Masche versucht sie an das Geld von deutschen Gewerbetreibenden und Freiberuflern heran zu kommen.

[Zum Blog-Beitrag vom 28.09.2021: Wieder aus der Türkei. Wieder mit Kölner Masche: die Brandt Reklame Tic. Ltd., Şti.]

Im Januar 2022 kam unser zweiter Bericht. Man bediente sich nun eines deutschen Geldeintreibers. Einer CED Verlags UG.

[Zum Blog-Beitrag vom 22.01.2022: Wieder mit Kölner Masche: die Brandt Reklame Tic. Ltd., Şti. Und jetzt mit einer CED Verlag UG]

Mit diesem Blog-Beitrag berichten wir nun zum dritten Mal. Man hat ein Konstrukt der besonderen Art gegründet. Eine Art „Vorfeld-Firma“. Ein TEG Verlag aus der türkischen Stadt Izmir versucht mit der Kölner Masche an Aufträge zu gelangen. Nicht für sich. Sondern für die Brandt Reklame Tic. Ltd., Şti.. Die dann die CED Verlag UG einschaltet.

Fest steht: man will Geld. Nicht fest steht: wofür eigentlich.


Mit Trickanruf und Fax

Auch der TEG Verlag arbeitet mit der sogenannten „Kölner Masche“.

[Anzeigenbetrug mit der Kölner Masche]

Unaufgefordert werden Geschäftsleute und Institutionen von dem TEG Brandt angerufen. Solche, die sonst regelmäßig Printanzeigen in einer Publikation der Gemeinde, der Kirche oder eines seriösen Verlages schalten. Am Telefon wird so getan, als arbeite man für diese. Es müsse ganz kurzfristig für die nächste Ausgabe noch einmal die Druckfreigabe erfolgen. Die Vorlage werde man sofort per Fax übersenden, sie müsse nur unterschrieben und zurück gefaxt werden; ganz eilig sei alles. Ein Fax werde gleich kommen.

Tatsächlich kommt bald darauf ein Fax in dem sich die bisher geschaltete Anzeige findet. Die Betroffenen gegen davon aus, dass alles seine Richtigkeit habe; schließlich hat man gerade geredet. Sie unterschreiben und faxen das Formular zurück. Dass die angegebene Rückfax-Nummer eine Schweizer Vorwahl hat, fällt meist nicht auf. Ebenso wenig, dass – mehr als kleingedruckt – eine Adresse eines sogenannten TEG Verlag im türkischen Izmir genannt wird. Die Falle ist zugeschnappt. Erst wenn die Rechnung kommt, merken sie, dass sie mit dieser Firma noch nie zu tun hatten.


Gegenleistung?

Mit ihren Unterschriften sollen die Betroffenen viel Geld zahlen, so das Wunschdenken im Formular. Wofür, wird allerdings nicht klar. Im Kleingedruckten heißt es:

„Er (Anmerkung Rechtsanwälte Radziwill: Gemeint ist der jeweils Betroffene) beauftragt die Fa. TEG Verlag über die Brandt Reklame Tic. Ltd., Şti einen Werbeeintrag in einem Internet portal erstellen zu lassen.“

Doch um welches Internetportal geht es? Weiter heißt es:

“Die Brandt Reklame Tic. Ltd., Şti. behält sich vor, die Daten auf ihre Korrektheit. Sie ist Inhaberin des Werbeportals. Sie übernimmt den Anzeigenauftrag ausdrücklich im Namen der Fa. TEG Verlag, behält sich aber vor, den Vertrag an einen anderen […] zu übertragen. Auch ist die Firma Brandt Reklame Tic. Ltd., Şti. berechtigt, einzelne Ansprüche aus diesem Vertrag, insbesondere Ansprüche auf Entgelt, an Dritte abzutreten.“

Bei einer Recherche mit Google & Co. fanden wir kein Werbeportal, das mit einer Firma Brandt Reklame Tic. Ltd., Şti. In Verbindung gebracht werden kann.

Jedes halbe Jahr sollen die Betroffenen zahlen und das drei Jahre lang. Deutlich über 7.000 EUR.

[Beispiel eines Trickformular des TEG Verlag aus Izmir]


Verträge sind angreifbar

Wenn man eine Rechnung für einen angeblich mit solchem Trickformular zustande gekommenen Auftrag erhält, ist nach unserer Erfahrung eine frühestmögliche Reaktion der sicherste Weg, um sich dagegen wehren zu können.

Gerne können Sie uns ansprechen.



Radziwill ● Blidon ● Kleinspehn
Rechtsanwälte | Fachanwälte
Kontakt über Telefon
030 - 861 21 24

Kontakt über Fax
030 - 861 26 89

Kontakt über E-Mail
mail [at] radziwill.info