Euro-Druck s.à.r.l. – Kundenfang einer Pseudo-Luxemburger Firma

21.05.2013 – Euro-Druck s.à.r.l. nennt sich eine Firma, die im Anzeigengeschäft der besonderen Art tätig ist. Offiziell sitzt sie im luxemburgischen Dorf Echternach. Die Spuren ihrer Hintermänner führen aber in die Pfalz. Dort gibt es in der Region Bad Kreuznach und Idar Oberstein bereits eine Vielzahl von Firmen, die mit der gleichen Methode arbeiten: mittels Spam-Anrufen Gewerbetreibende durch Vorspielung falscher Tatsachen zum Abschluss von Anzeigenaufträgen zu veranlassen – auch „Kölner Masche“ genannt. Über einige dieser Firmen, die Digimedia GmbH, die MP Medien Promotion GmbH, die REGIO Medienagentur GmbH hatten wir vor einigen Wochen berichtet.

[Zum Blog-Beitrag vom 02.04.2013 – Digimedia GmbH verliert Prozess]

Auch der Geschäftsführer der Euro-Druck s.à.r.l., Sven Streit, sitzt in der Pfalz. In 55576 Sprendlingen bei Bad Kreuznach. Die Euro-Druck ist seine zweite Firma. Der Name der anderen: Druckstudio Streit s.à.r.l., auch sie mit angeblichem Sitz in Luxemburg, in Wasserbillig. Das ist aber auch schon so gut wie alles, was man an Unterschieden zwischen beiden berichten kann.

Die Kölner Masche funktioniert so:

Unaufgefordert werden Geschäftsleute und Institutionen angerufen. Solche, die sonst regelmäßig Printanzeigen in einer Publikation eines seriösen Verlages schalten. Am Telefon wird so getan, als sei man von diesem Verlag und es müsse ganz kurzfristig für die nächste Ausgabe noch einmal die Druckfreigabe erfolgen. Die Vorlage werde man sofort per Fax übersenden, sie müsse nur unterschrieben und zurück gefaxt werden; ganz eilig sei alles.

Der Fax-Vordruck der Euro-Druck s.à.r.l., mit dem die Druckfreigabe erfolgen soll, zeigt tatsächlich das Anzeigenmotiv, mit dem man bisher warb. Auf den ersten Blick wirkt es so, als solle tatsächlich nur die Druckfreigabe für den bisherigen Auftrag erfolgen.

Doch das Anzeigenmotiv ist aus der bisherigen Publikation abgekupfert worden. Was nebenbei auch noch einen Urheberrechtsverstoß darstellt. Und das Formular hat es im Kleingedruckten in sich: 4 mal 587,86 € würden danach als Kosten entstehen – zusammen 2.351,44 €. Wofür? Für eine Anzeige in einer nicht näher erläuterten Broschüre mit dem Thema Urlaub, die eine Auflage von 1.000 Stück haben soll. Irgendwie wird sie verteilt werden, lässt sich entnehmen. Nach den örtlichen Verhältnissen, nach Wahl des Verlags – was auch immer darunter zu verstehen ist. Irgendwo im Bundesland. Für den Mannheimer Friseur wird dann vielleicht in Konstanz geworben. Wenn überhaupt: dafür, dass diese Broschüre überhaupt ausgelegt wird, übernimmt man keine Garantie, seht im Kleingedruckten.

Es muss noch nicht einmal bei der Euro-Druck s.à.r.l. bleiben. Wörtlich:

„Dem Auftragnehmer steht das Recht zu, den Anzeigenauftrag an ein anderes Unternehmen zu vergeben und die Ansprüche aus dem vorliegenden Vertrag an dieses Unternehmen abzutreten.“

Ein wirksamer Anzeigenvertrag kommt so nicht zustande. Wenn man Opfer der „Kölner Masche“ wurde, ist nach unserer Erfahrung eine frühestmögliche Reaktion der sicherste Weg, um seine Rechte durchzusetzen. Gerne können Sie uns dazu ansprechen. Am besten mailen Sie uns - unverbindlich - vorab den kompletten Schriftwechsel; wir melden uns dann.



Eine weitere Firma wurde in Bad Kreuznach gegründet: die Medienpol Design GmbH. Mit ihr wird für teure Einträge auf der Internetseite go-city.org akquiriert.
[Zum Blog-Beitrag vom 01.06.2013]



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