GAV Gewerbeanzeiger Verlags GmbH – ein Untoter will ans Geld

04.06.2013 mit Nachtrag vom 16.07.2013 - Vor zwei Jahren berichteten wir über die GAV Gewerbeanzeiger Verlags GmbH und ihren Geschäftsführer Dirk Mayer. Angeblich residierte sie in Berlin. Eine noble Anschrift gab sie an: Unter den Linden 16, Berlin-Mitte.

[Zum Blog-Beitrag vom 21.09.2011]

Mit Trickformularen versuchte sie Einträge in die Internetverzeichnisse Gewerbeanzeiger.de und Aerzteanzeiger.net zu akquirieren. Für teures Geld - bis zu 1.700 EUR; was Betroffene erst hinterher feststellen mussten. Später begann man mit dieser Masche auch österreichische Gewerbetreibende und Ärzte über den Tisch zu ziehen. Für irgendwelche Adresseinträge auf den Internetseiten Gewerbeanzeiger.at und Aerzteanzeiger.at.

Auch in diesen Tagen werden Rechnungen und Mahnungen unter der Bezeichnung GAV Gewerbeanzeiger Verlags GmbH an Betroffene verschickt.

Was dabei verschwiegen wird: die GAV ist bereits seit einem halben Jahr aufgelöst.

Ob das Geschäft zu heikel geworden war? Still und leise hatte im letzten November eine Gesellschafterversammlung der GAV Gewerbeanzeiger Verlags GmbH stattgefunden. Im Klartext: es hatte sich ihr Alleingesellschafter, eben dieser Dirk Mayer, mit sich selbst getroffen. Dabei wurde die Auflösung der Gesellschaft zum 30.11.2012 beschlossen und im Handelsregister des Berliner Amtsgerichts Charlottenburg zu HRB 134305 B eingetragen. Die GAV befindet sich in der Liquidationsphase.

Dirk Mayer hat sich aus Deutschland abgesetzt – so suggeriert er jedenfalls. In den Urkunden, die dem Handelsregister eingereicht wurden, hieß es zu ihm: „wohnhaft nach eigenen Angaben Erlengrundstraße 20, 8842 Unteriberg/Schweiz“. Diese Adresse gibt es tatsächlich - dort, am Ende einer Sackgasse, befindet sich ein Haus, von dem aus eine Unternehmensberatung ihre Geschäfte betreibt. Ob in dem Haus aber Dirk Mayer leibhaftig anzutreffen ist? Oder ob es sich so verhält, wie bei der Berliner Anschrift Unter den Linden? Da hatte man einen Briefkasten bei einem Büroservice-Unternehmen angemietet.

Wenn man irrtümlich Formulare aus der Abzockerszene unterschrieben hat, ist normaler Weise eine frühest mögliche Reaktion geboten. Bei der aufgelösten GAV Gewerbeanzeiger Verlags GmbH halten wir aber eine andere Strategie für vertretbar: keinen Cent zahlen. Ihre Rechnungen und Mahnungen nur zur Kenntnis nehmen – mehr nicht. Wenn jemand von der Firma anruft: kommentarlos auflegen! Man muss erst dann reagieren, wenn ein Inkasso-Unternehmen sich melden sollte – wegen der nicht auszuschließenden Gefahr eines negativen Schufa-Eintrages. Oder wenn Post vom Gericht kommt. Aber nicht vorher.


Nachtrag vom 16.07.2013:

Dreistigkeit kommt weiter, denken sich wohl Dirk Mayer und seine GAV Gewerbeanzeiger Verlags GmbH seeligen Angedenkens. Obgleich man schon tot, weil aufgelöst, ist, versucht man jetzt mittels des Inkassounternehmens FHG Inkasso GmbH aus 55585 Duchroth Geld beizutreiben. Die im Jahre 2001 gegründete FHG Inkasso GmbH und deren Geschäftsführer Frank Schäfer sind szenekundigen nicht unbekannt; sie waren bereits früher als Geldeintreiber einer einschlägigen Abzocker-Firma aufgefallen.


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