GWE-Wirtschaftsinformations GmbH – die DDI Deutsche Direkt Inkasso lockt mit vergiftetem Angebot

12.04.2013 mit diversen Updates, zuletzt vom 30.01.2014 – Über das Inkassobüro "DDI Deutsche Direkt Inkasso GmbH" mit dem die Düsseldorfer GWE-Wirtschaftsinformations GmbH und ihr Geschäftsführer Sebastian Cyperski als Betreiberin der Internetseite Gewerbeauskunft-Zentrale.de Geld von Opfern ihrer Abzockmethode einzutreiben versucht, hatten wir schon öfter berichtet - zuletzt in einem Blog-Beitrag vom 25.03.2013.

[Zum Blog-Beitrag vom 25.03.2013: „GWE-Wirtschaftsinformations GmbH, Gewerbeauskunft-Zentrale.de und Claudia Mölleken – letzter Versuch?“]

Derzeit versucht es die DDI Deutsche Direkt Inkasso GmbH mit Bauernfang – in Form eines vergifteten Rabattangebotes.

Und zwar so:

Wer das amtlich wirkende Formular der GWE-Wirtschaftsinformations GmbH unterschrieben hatte, mit dem sie versucht, kostenpflichtige Verträge für ihre Internetseite gewerbeauskunft-zentrale.de zu erschleichen, sieht sich bald mit einer Rechnung über 596,06 € konfrontiert. Als „Marketingbeitrag“ für einen „Basiseintrag“ auf eben dieser Seite. Dass es sich dabei nur um die erste Rate handelt, ist zu dem Zeitpunkt möglicherweise noch nicht allen klar. Im Kleingedruckten des Formulars der GWE findet sich nämlich der Hinweis, dass man sich für zwei Jahre verpflichtet, jährlich diese Betrag zu zahlen.

Wer als so Geprellte nicht zahlt, erhält bald eine Flut von Briefen: Erinnerungen, Mahnungen, letzten, allerletzten und wirklich allerallerletzten Mahnungen. Alles in der Hoffnung, ihn mürbe zu machen.

Schließlich werden Rechtsanwälte aufgefahren – rund 10 waren es bisher, die kamen und meist nicht lange blieben. Aktuell ist Claudia Mölleken mit ihrer „Kanzlei für Wirtschaftsrecht“ aus Köln aktiv. Oder es wird durch ein Inkassounternehmen gedroht: der DDI Deutsche Direkt Inkasso GmbH, ebenfalls aus Köln. Die von Rechtsanwältin und DDI fabrizierten Schreiben sind aggressiv in ihrem Begehren und – man muss es so deutlich formulieren – inhaltlicher Unsinn.

Wer sich davon unbeeindruckt zeigt und weiterhin nichts zahlt, erhält Schnäppchenangebote von den beiden. Bei Rechtsanwältin Claudia Mölleken sind es 375 EUR. Damit sei alles erledigt, schreibt sie; auch Anwaltskosten, Zinsen und der Anspruch, den die GWE-Wirtschaftsinformations GmbH für ein zweites Vertragsjahr habe.

[Brief Rechtsanwältin Claudia Mölleken vom 18.03.2013]

Noch weniger sind es bei der DDI Deutsche Direkt Inkasso GmbH. 369,32 EUR sollen es sein.

[Brief der DDI Deutsche Direkt Inkasso GmbH vom 08.04.2013]

Doch wer auf den Vorschlag der DDI eingeht und den Betrag zahlt, wird herein gelegt. Damit ist nur die Rechnung über 569,06 EUR für das erste Vertragsjahr aus der Welt geschafft. Nicht aber für das zweite Jahr. Hier dürfte die GWE-Wirtschaftsinformation GmbH dann anschliessend argumentieren, mit diesem Vergleich hätte man das Bestehen eines Vertrages über einen Eintrag auf der Internetseite gewerbeauskunft-zentrale.de anerkannt. Und damit auch die Zahlungspflicht für das zweite Jahr.

Wir empfehlen grundsätzlich, an die Branchenbuch-Abzockerszene nichts zu zahlen. Die GWE-Wirtschaftsinformation GmbH ist mit ihrem Geschäftsmodell seit der Entscheidung des Bundesgerichtshof vom 26.07.2012 tödlich getroffen – am Leben gehalten werden solche Untoten der Branchenbuchszene von den Zahlungen, die immer noch manche Betroffene leisten; weil sie glauben, sich so endlich Ruhe verschaffen zu können.


Update vom 14.10.2013:

Seit Sommer letzten Jahres schreiben wir, dass sich das Geschäftsmodell der GWE-Wirtschaftsinformations GmbH mit ihrer Gewerbeauskunft-Zentrale.de erledigt hat. Wir bleiben bei dieser Auffasssung, auch wenn die GWE in ihren Schreiben immer noch den Eindruck zu erwecken versucht, putzmunter zu sein – sogar ein Urteil aus diesem Jahr zeigt sie vor, das mal zu ihren Gunsten ergangen war. Solange nicht das Geschäftsmodell geändert wird, ist sie auf dem absteigenden Ast.

In diesen Tagen berichtete nun der Kölner Stadtanzeiger - KStA über eine umfangreiche Razzia in Köln, Frechen und Hürth wegen eines Betrugsverdachtes gegen die GWE. 4500 Strafzeigen sollen bei der Staatsanwaltschaft mittlerweile vorliegen. Sie ließ jetzt mit rund 100 Fahndern 16 Firmen aus dem Umfeld der GWE durchsuchen, darunter drei Anwaltskanzleien.

[Zum Beitrag des Kölner Stadtanzeigers über die Durchsuchungen]

Auch wenn es langsam geht – die GWE-Wirtschaftsinformations GmbH ist mit Ihrem Geschäftsmodell am Ende. Und zwar um so schneller, je weniger noch (zähneknirschend) zahlen.


Update vom 30.01.2014:

Noch auf ihren letzten Metern versucht die GWE-Wirtschaftsinformations GmbH an das Geld ihrer Opfer zu gelangen. In diesen Tagen verschickt das Inkassobüro "DDI Deutsche Direkt Inkasso GmbH" wieder einmal Mahnungen, letzte, allerletzte und wirklich ganz allerletzte.

Angeblich habe das Landgericht Düsseldorf deren Geschäftsmodell in einem Urteil gebilligt, lässt die GWE verbreiten. Das stimmt aber nicht. Das Urteil äußerte sich nur zu der Frage, ob ein wirksamer Vertragsschluss vorliegt; nicht aber, ob aufgrund dessen auch ein Zahlungsanspruch für die Einträge in der "Gewerbeauskunftszentrale" besteht. Für einen Laien wird das dasselbe sein, hofft man bei der GWE. Das ist es aber für einen Juristen nicht. Es kann ein Vertrag bestehen und trotzdem ein Vertragsbestandteil unwirksam sein: Mieter wissen, dass in vielen Mietverträgen die Kausel über Schönheitsreparaturen unwirksam ist. Sie dürfen dann trotzdem in ihrer Wohnung bleiben, denn eine unwirksame Klausel berührt den Vertrag als solchen nicht. Genauso ist es hier. Auch wenn ein Vertrag mit der GWE-Wirtschaftsinformations GmbH besteht, bedeutet das nicht, dass alle Klauseln des Vertrages wirksam sind. Die Klausel, wonach die GWE Geld für Einträge in die "Gewerbeauskunftszentrale" verlangen kann, ist jedenfalls unwirksam.

Deshalb darf man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Die Ansprüche der GWE -Wirtschaftsinformations GmbH und ihres Inkassobüros DDI Deutsche Direkt Inkasso GmbH lassen sich abwehren.



In weiteren Blog-Beiträgen setzen wir uns mit der GWE-Wirtschaftsinformations GmbH und ihrer Internetseite Gewerbeauskunft-Zentrale.de auseinander:

[Zum Blog-Beitrag vom 16.06.2011]
[Zum Blog-Beitrag vom 09.07.2011]
[Zum Blog-Beitrag vom 15.07.2011]
[Zum Blog-Beitrag vom 22.12.2011]
[Zum Blog-Beitrag vom 22.02.2012]
[Zum Blog-Beitrag vom 01.06.2012]
[Zum Blog-Beitrag vom 25.03./30.03.2013]
[Zum Blog-Beitrag vom 27.05.2014]


Radziwill ● Blidon ● Kleinspehn
Rechtsanwälte | Fachanwälte
Kontakt über Telefon
030 - 861 21 24

Kontakt über Fax
030 - 861 26 89

Kontakt über E-Mail
mail [at] radziwill.info