4. Teil: Nun mit Inkassobüro - die Vendis GmbH und Grosshandel-Produkte.de

12.09.2012 mit Nachtrag vom 24.09.2012 – Mit Hilfe des Kölner Inkassobüros DTMI – Deutsche Telemedien Inkasso GmbH versucht jetzt die Vendis GmbH aus Berlin mit ihrer Geschäftsführerin Eva Rüpps an Geld zu kommen. Die Vendis GmbH ist Betreiberin der Internetseiten Grosshandel-Angebote.de und Grosshandel-Produkte.de.

Die Einschaltung eines Inkassobüros überrascht nicht. Wir hatten dies schon in unserem Blog-Beitrag vom 02.07.2012 prophezeit.

Die Vendis GmbH und ihre Internetverzeichnis Grosshandel-Angebote.de und Grosshandel-Produkte.de werden von uns als Mischung aus Abo-Falle und Branchenbuchabzocke bewertet. Insbesondere mit der seit einigen Wochen unter anderem bei Google und Facebook beworbenen Großhandel-Produkte.de-Seite wird das noch deutlicher. Dort ist der Preishinweis versteckter als bei der Grosshandel-Angebote.de-Seite und man ist auch vorsichtiger bei der Anpreisung dessen, was sich dahinter verbirgt. Jetzt heißt es nur noch hervorgehoben in der Überschrift:

„Wir bieten Zugang zu über 15.000 Händlern,
Großhändlern, Restposten- und Konkurswarenhändlern“

Mit anderen Worten: für 2 * 284,17 EUR brutto, zwei Jahresbeiträge sind das, erhält man Zugriff auf irgendwelche Adressen.

Wir sehen dieses Ansinnen der Vendis GmbH aus vielerlei Gründen als angreifbar an. Argumente, welche gegen diese Firma verwendet werden können, finden wir auch in einer Entscheidung des Bundesgerichtshof, die wir in einem Blog-Beitrag am 25.08.2012 analysierten. Hunderte Betroffene haben sich bis jetzt an uns gewandt, rund 150 Mandate vertreten wir mittlerweile gegen diese Firma.

Grundsätzlich gilt: spätestens dann, wenn sich ein Inkassounternehmen einschaltet, muss gehandelt werden, weil ansonsten die Gefahr eines negativen Schufa-Eintrages nicht auszuschließen ist. Die vereinzelt in Internetforen verbreitete Empfehlung, man solle überhaupt nichts machen, wird dann zu bösen Folgen führen. Solch ein Schweigen provoziert auch geradezu die Einleitung gerichtlicher Schritte durch die Vendis oder die DTMI - weil man dort den Eindruck erweckt, sich nicht zu wehren, weshalb schnell ein Zahlungstitel geschaffen werden kann.

Die DTMI – Deutsche Telemedien Inkasso GmbH aus Köln war in der Vergangenheit schon aufgefallen beim Versuch, für einen Telefonanbieter mit zweifelhaftem Ruf Geld einzutreiben. Sie schreibt jetzt Betroffene der Vendis-Abzocke an und fordert zur Zahlung auf. Unter anderem heißt es in dem Anschreiben:

„Rückmeldungen Ihrerseits können ausschließlich unter Verwendung umseitig abgedruckten Formulars bearbeitet werden.“

Das ist zwar Unsinn, hat aber einen tieferen Grund. Das Antwortformular beinhaltet nämlich hauptsächlich vorformulierte und anzukreuzende Rubriken, durch welche die Forderung anerkannt wird. Wenn man der Ansicht ist, die Forderung bestände nicht, hat man das, so wird es darin formuliert, „maschinenschriftlich“ zu begründen. Wenn man bei diesem Formular nicht sorgfältig aufpasst, hat man sich schnell die eigene Rechtslage verschlechtert. Wir raten deshalb grundsätzlich davon ab, auf eigene Faust mit solchen Unternehmen in Kontakt zu treten.

Lassen Sie uns eine Prophezeiung wagen. Als nächstes werden es die Vendis oder die Deutsche Telemedien Inkasso auch mit einem Inkassoanwalt versuchen. Immer in der Hoffnung, dass Betroffene doch noch einknicken und zahlen, wenn nur die Drohungen wild und stetig genug sind.

Eine Anmerkung zum Schluss: wiederholt erhielten wir in den letzten Wochen Anfragen, wann denn eine Sammelklage vorbereitet werde. Kurz und knapp unsere Antwort: Überhaupt nicht. Das deutsche Recht kennt für derartige Fälle keine Möglichkeit einer Sammelklage.

Nachtrag vom 24.09.2012: Vor zwei Monaten berichteten wir über die Biographie eines früher für die Abzockerszene tätigen Rechtsanwalts.

[Zum Blog-Beitrag vom 24.07.2012]

Man las darin, dass es eines der großen Probleme war, eine Bank zu finden, die für derartige Geschäftszwecke ein Konto führen wollte - zu viele Beschwerden gab es. Zitieren wir aus dem Buch:

Die Verbraucher hatten eine Achillesferse im System gefunden […] Es war der schlaueste Weg der sich bot, denn er grub das Wasser da ab, wo es fließen sollte. Die Banken, bei denen ich oder meine Mandanten Konten hatten, kündigten uns reihenweise die Geschäftsbeziehung.“

Ob eine solche Situation jetzt auch bei der Vendis GmbH vorliegt? Aktuell fordert sie dazu auf, Zahlungen auf ein Konto bei der GLS Gemeinschaftsbank eG zu leisten. Es ist schon das vierte Geldinstitut, das innerhalb eines halben Jahres genannt wird!

In weiteren Blog-Beiträgen setzen wir uns mit der Vendis GmbH auseinander:

[Zum Blog-Beitrag vom 08.03.2012]
[Zum Blog-Beitrag vom 12.04.2012 ].- hier werden häufige Fragen beantwortet und Sie können unsere Vollmacht herunter laden
[
Zum Blog-Beitrag vom 02.07.2012]
[Zum Blog-Beitrag vom 08.10.2012]
[Zum Blog-Beitrag vom 16.01.2013]
[Zum Blog-Beitrag vom 15.04.2013]
[Zum Blog-Beitrag vom 26.07.2013: Inkassoangriff mit der Solvenza24 GmbH]
[Zum Blog-Beitrag vom 06.03.2014]
[Zum Blog-Beitrag vom 19.06.2017]

Es ist eine Biographie über einen früher für die Abzockerszene tätigen Anwalt erschienen. Drei Lehren lassen sich aus ihr ziehen:

[Zum Blog-Beitrag vom 24.07.2012]

Ein Bonner Rechtsanwaltsbüro bereitet eine Strafanzeige gegen die Vendis GmbH vor und benötigt dazu Erklärungen Betroffener:

[Zum Blog-Beitrag vom 17.10.2012]

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