Anwaltsportal24 aus Kleve: es geht nicht immer koscher zu

01.03.2021 – War es 2014 als man sich im niederrheinischen Kleve entschloss, nicht mehr nur in Sachen Versicherung tätig zu sein? Und sich mit Anrufen, Gesprächsaufzeich- nungen und diversen Werbeportalen ein neues Geschäftsfeld erschloss. Oder schon früher? Vor fast genau sieben Jahren bekamen wir das jedenfalls mit und im März 2014 berichteten wir zum ersten Mal über den Geschäftsmann Harald Gregoreck. Damals ging er noch mit Werbeportalen, die den Namen Branchenportal24 oder Branchenblitz hatten, auf Auftragsjagd bei Gewerbetreibenden und Freiberuflern. Die Verträge über Firmeneinträge schließen sollten. Für die dann viel Geld verlangt wurde.

Mittlerweile betreibt er eine BBZ Verwaltungsgesellschaft.eu, Inhaber Harald Gregoreck und unterhält weitere Werbeportale, die Namen tragen wie teambusiness24, Werbeportale Regional & Lokal, Handwerkerportal24, Steuerberaterportal24. Dann gibt es auch noch ein Anwaltsportal24.

Eine uns vorliegende Akte lässt vermuten, dass die Art und Weise der Auftragsakquise für Anwaltsportal24 nicht immer koscher ist.


Besondere Art der Akquise

Eine Anwaltskanzlei stellte uns ihre Unterlagen zur Verfügung. Danach ergab sich folgendes Bild:

Sie war 2017 mit einem unerwarteten Call-Center-Anruf angesprochen worden und hatte einem Namenseintrag in Anwaltsportal24.eu des Harald Gregoreck zugestimmt. Wie und warum es dazu kam, soll aber nicht Thema dieses Blog-Beitrages sein.

Ende 2018 wurde jedenfalls der Vertrag vor Ablauf der Zwei-Jahreslaufzeit unter Wahrung der Fristen gekündigt. Weil der Eintrag sinnlos war; niemand war über dieses Werbeportal auf die Kanzlei aufmerksam geworden. Ein Argument, dass wir von Betroffenen vieler derartiger Werbefirmen hören. Deren Portale werden nicht oder nicht nachhaltig genug beworben. Sie sind deshalb weitgehend unbekannt. Zudem ist die Zahl der Einträge nicht vollständig. Und damit für Nutzer so wertvoll, wie ein unvollständiger Stadtplan.

Anwaltportal24 bestätigte die Kündigung schriftlich. Soweit, doch nicht so gut. Denn einige Wochen später erreichte die Kanzlei ein Anruf. Der Vertrag sei nicht gekündigt worden, erklärte die Anruferin. Deshalb habe er sich verlängert. Es gäbe aber, nur hier, jetzt und heute, ein besonders attraktives Angebot. Man stutzte in der Kanzlei. War schließlich nach langem und energischem Einreden der Anruferin überzeugt, in der Hektik des Alltags etwas übersehen zu haben. Und stimmte dem vermeintlichen Schnäppchen zu. Der zweite Teil kam. Der wurde aufgezeichnet. Es solle bestätigt werden, dass ein Vertrag über das Angebot zustande gekommen sei. Die Fragen wurden so gestellt, dass man mit „Ja“ anworten sollte. Die Täuschung im ersten Teil sei in dem mitgeschnittenen Teil nicht ersichtlich geworden, erklärte die angerufene Kanzlei.

Später wurde argumentiert, aus dem Mitschnitt ginge klar hervor, dass alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Mit “Letzte Zahlungsaufforderung vor dem Mahnbescheid“ war der Brief überschrieben.

[Der Trick mit der Doppel-Anruf-Masche]

Soweit das, was uns mitgeteilt wurde.

Die Anwälte haben Strafanzeige erstattet. Was für die Leute von Anwaltsportal24 durchaus problematisch werden könnte. So wurden in Schwerin jetzt nach mehrjährigen Ermittlungen Doppel-Anruf-Masche-Kaufleute verurteilt. Zu Haftstrafen.

[Zum Blog-Beitrag vom 01.04.2021 - Landgericht Schwerin: Freiheitsstrafe für Doppel-Anruf-Masche]


Mit sich selbst kooperierend

Wir haben uns heute die Seite anwaltsportal24.eu, nicht zu verwechseln mit der Seite Anwalt24.de des renommierten Verlages Wolters Kluwer Deutschland, näher angeschaut. “Über 36.000 Kanzleien in unserer Datenbank", heißt es. Wir haben nicht nachgezählt. Aber als wir eine Vielzahl von Detailsuchen hochrechneten, kamen uns Zweifel an der Zahl.

Dann wird noch geworben:

“Anwaltsportal24 in Kooperation mit der BBZ-Verlagsgesellschaft“.

Deren Inhaber ist laut dem heutigen Impressum auf der Seite bbz-verlagsgesellschaft.eu Harald Gregoreck. Anders formuliert: Gregoreck wirbt damit, mit sich selber zu kooperieren.


Schlechte und gute Anwälte

Gregoreck unterhält auf seiner Internetseite Harald-Gregoreck.de seit 2019 auch den Harald Gregoreck-Blog. Die Zahl der dortigen Beiträge ist übersichtlich, exakt 13 Beiträge gibt es derzeit, und der Blog ist inhaltlich mehr als einseitig. Dessen Überschriften lauten etwa:

„Suspekte Praktiken von Rechtsanwälten und Steuerberatern“
„Panikmache unter den Gewerbetreibenden durch Rechtsanwalt Radziwill“
„Stellungnahme H. Gregoreck ./. RA Radziwill“
„Woran erkennt man einen guten Rechtsanwalt“
„Erneute Missachtung der Unterlassungsklage seitens der Kanzlei Radziwill, Blidon und Kleinspehn“
„Branchenportal24 klärt auf: Wieder eine Masche um neue Mandate zu generieren (Rechtsanwaltskanzlei Radziwill, Blidon, Kleinspehn)
"Kann es sein, dass Herrn Rechtsanwalt Radziwill (Corona-bedingt) Mandate ausbleiben?"
„Gute Anwälte und solche, bei denen der Schein trügt – am Beispiel von Rechtsanwalt Radziwill aus Berlin“

Der Tenor ähnelt sich stets. Es gäbe gute Anwälte. Womit wahrscheinlich die gemeint sind, die nicht gegen sein Geschäftsmodell vorgehen.

Und schlechte. Solche, die ihn früher gegen uns vertreten hatten („schwerwiegender Fehler der beauftragten Kanzlei“). Vor allem aber uns, die Kanzlei Radziwill ● Blidon ● Kleinspehn („Gezielte Hetzjagd“, „fragwürdige Vorgehensweise“, „Panikmache“, „erweckt den Anschein eines guten Rechtsanwalts“, „unwahre Aussagen und Lügen […] somit auf schäbige Art und Weise neue Klienten zu gewinnen“).

Und auch das kann man in Gregorecks Blog lesen:

“Wenn man im Internet über die Google-Suche „Rechtsanwalt Radziwill Berlin“ eingibt, erscheinen in gleich mehrfacher Ausführung verschiedene Artikel über den Rechtsanwalt, welche nichts Gutes verlauten lassen.“

Stimmt. Nicht erwähnt hat er aber, wer da geschrieben hat: Harald Gregoreck und seine BBZ-Verlagsgesellschaft:


Auszug aus Google(©)-Suchergebnissen

Um an dieser Stelle eine häufig gestellte Frage zu beantworten: gegen keinen der von uns vertretenen Mandanten hat Harald Gregoreck bis heute einen Prozess gewonnen. Konnte er auch nicht. Er hat nicht geklagt.

Und auch mit den Ergebnissen all seiner Versuche, gegen unseren Blog vorzugehen, wird er nicht zufrieden gewesen sein. Alle unsere Beiträge findet man weiterhin.


Forderungsabwehr möglich

Viel zu viele Betroffene von Doppel-Anruf-Maschen zahlen. Sonst hätte sich dieses Business-Modell schon längst erledigt. Eine frühestmögliche Reaktion ist der sicherste Weg, um sich wehren zu können




In weiteren Beiträgen haben wir über Harald Gregoreck, die BBZ-Verlagsgesellschaft und seine Portale berichtet:

[Zum Blog-Beitrag vom 14.03.2014 mit diversen Updates - Wieder die Masche mit zwei Anrufen: Firma Branchenportal24 des Harald Gregoreck aus Kleve]

[Zum Blog-Beitrag vom 22.10.2019: Mit alter Masche: Teambusiness24 - das nächste Projekt des Harald Gregoreck]

[Zum Blog-Beitrag vom 12.06.2020 - Der Chef von Teambusiness24, Branchenportal24 & Co.: Harald Gregoreck bei Schwindelei ertappt]

[Zum Blog-Betrag vom 10.09.2021 - Neuer Stern am Firmament nutzloser Verzeichnisse: die BBZ Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG aus Kleve]




Ohne sie geht gar nichts:
[Callcenter - Maschinenräume der Abzockerszene]



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