Mit altem Bekannten: die Anzeigenmasche der wsk media UG aus Mönchengladbach

17.09.2019 mit Update vom 13.11.2019 - In unserem Blog erwähnt zu werden, mag man in einer Geschäftswelt, die im Trüben fischt, ganz und gar nicht. Vor allem dann, wenn man den Blog-Beitrag bei Google & Co. weit vorne findet. Das Mittel der Wahl ist ein neuer Name. Entweder durch Umbenennung der Firma. Oder Gründung einer Neuen.

Der 1968 geborene Ralf Kufner ist ein alter Bekannter aus der Werberszene. Über zwei der Firmen, bei denen man seinen Namen als Geschäftsführer findet, hatten wir schon früher in unserem Blog berichtet: die HAS Verlag GmbH & Co. KG aus Hamburg und die plain werbeservice GmbH aus Pulheim.

[Zum Blog-Beitrag vom 20.08.2015 - Aus Hamburg auf Kundenfang: die HAS Verlag GmbH & Co. KG will Geld für Anzeigen]

[Zum Blog-Beitrag vom 26.11.2015 - Aus Pulheim auf Kundenfang: die Anzeigenfirma plain werbeservice GmbH]

Jetzt ist eine weitere Firma mit Ralf Kufner als Geschäftsführer aufgetaucht: die wsk media UG (haftungsbeschränkt). Genauso wie bei HAS Verlag und plain werbeservice geht es wieder darum, an Unterschriften unter ein Formular zu gelangen. Mit der sich die Betroffenen zur Zahlung von teuren Anzeigen verpflichten.


Mit Telefon und Trickformular

Die Masche der plain werbeservice GmbH hatten wir 2015 in unserem Blog so beschrieben:

“ Telefonisch wurde der Besuch eines Außendienstmitarbeiters angekündigt. Es ginge um die Anzeige, die von den Betroffenen regelmäßig in der Publikation der Stadt oder der Gemeinde geschaltet werde, hieß es.

Der Werber erschien dann auch zum verabredeten Zeitpunkt, führte zuerst einen freundlichen Smalltalk und zeigte schließlich die bisherige Anzeige; ob sie so auch in der nächsten Ausgabe erscheinen soll. Die so Angesprochenen hatten keinen Zweifel daran, dass alles seine Richtigkeit habe und es um die erneute Schaltung der Anzeige in der bisherigen Publikation ging. Schließlich war alles „ordentlich“ angekündigt und besprochen worden. Man müsse das schriftlich bestätigen, sagte der freundliche Vertreter. Er legte ein Formular vor. Ob man einen Stempel habe, man möge den Abdruck doch draufsetzen, bat er noch, das mache die Sache einfacher. Dann wurde das Unterschriftenfeld gezeigt, „hier muss unterschrieben werden“. Schnell geschah das, die Mühe, das Kleingedruckte sorgfältig zu lesen, macht sich erfahrungsgemäß kaum einer. Die Falle schnappte zu […]Einige Zeit später kommt eine Rechnung […] “Druckobjekt: Info Notruf“ heißt es beispielsweise in der Rechnung der plain werbeservice GmbH.“

[Anzeigenbetrug mit der Kölner Masche]


Was für ein „Notruf-Info-Objekt“?

Das Geschäftsmodell der wsk media UG ist nicht wesentlich anders. Wieder geht es um ein Notruf-Info-Objekt, für das die Betroffenen, je nach Vereinbarung, mehrere Tausend Euro zahlen sollen. Auf ein Konto bei der GLS Bank AG.

Auch die Bedenken, die früher gegen eine Wirksamkeit des Werbevertrages sprachen, lassen sich nahezu eins-zu-eins wiederholen. Wofür wird eigentlich das viele Geld verlangt? Wie soll das Objekt aussehen? Wo, an wen und überhaupt: nach welchen Kriterien, wird die geringe Auflage unter das Volk gebracht? Belastbare Aussagen sucht man dazu im Formular vergebens.

[Auszug aus Formular der WSK Media UG]


Ein-Euro-Firma

Man könnte an einen Aprilscherz glauben. Die wsk media UG wurde am 01.04.2019 im Handelsregister des Amtsgericht Mönchengladbach (HRB 18722) eingetragen. Mit einem Stammkapital von 1,00 EUR. Sie haben richtig gelesen: ein Euro. Als Geschäftsgegenstand ist eingetragen

“die Erstellung und Vermittlung von Anzeigenwerbung.“

Die wsk media UG ist mit diesem Stammkapital eine typische Wegwerffirma. Wenn es brenzlig wird, kann man sich ihrer schnell entledigen. Der Verlust eines Stammkapitals, für das man nicht einmal eine Tasse Kaffee bekommt, schmerzt nicht.

Nach unserer Erfahrung mit solcherart Firmen würden wir keine hohe Wette darauf eingehen wollen, dass man unter der offiziellen Anschrift der wsk media UG in der Mönchengladbacher Steinmetzstraße 42-44 jemanden von dieser Firma leibhaftig antreffen wird.


Forderungsabwehr ist möglich

Solcherart Verträge sind angreifbar. Nicht nur wegen der Art und Weise, wie sie zustande kommen. Sondern vor allem, weil kein wirksamer Vertrag zustande kommen dürfte, wenn die Gegenleistung so vage beschrieben ist. Um es in der Juristensprache zu sagen: es mangelt an den essentialia negotii.

Doch viel zu viele der Betroffenen zahlen; sonst würde es diese Art von Geschäft schon lange nicht mehr geben. Und wenn man einmal bezahlt hat, bekommt man zu hören, damit sei das Geschäftsmodell anerkannt worden.

Wenn man eine Rechnung für einen angeblich der wsk media UG aus Mönchengladbach erteilten Auftrag erhält, ist nach unserer Erfahrung eine frühestmögliche Reaktion der sicherste Weg, um sich dagegen wehren zu können. Gerne können Sie uns ansprechen. Am besten mailen Sie uns – unverbindlich – vorab den kompletten Schriftwechsel; wir melden uns dann.



Update vom 13.11.2019:

Die Angabe einer neuen Bankverbindung fiel uns heute auf einer Mahnung der WSK Media UG auf. Jetzt soll auf ein Konto bei der Gladbacher Bank AG gezahlt werden.




[Die Abzockerfirmen und ihre Konten]

[Seit über 100 Jahren: Inseratenschwindel, damals so wie heute]

[Callcenter - Maschinenräume der Abzockerszene]


Radziwill ● Blidon ● Kleinspehn
Rechtsanwälte | Fachanwälte
Kontakt über Telefon
030 - 861 21 24

Kontakt über Fax
030 - 861 26 89

Kontakt über E-Mail
mail [at] radziwill.info