Bau-News

In unserem Bau-News-Blog informieren wir Bauherren, Grundstückseigentümer und Mieter, Bauunternehmen, Architekten/Ingenieure und auf dem Bau Beschäftigte über neue Rechtsprechung und geben Expertentipps. Dabei bemühen wir uns, die Inhalte so darzustellen und zu vereinfachen, dass sie vor allem für Nicht-Juristen verständlich sind. 

Bitte beachten Sie: unsere Bau-News können nicht die anwaltliche Rechtsberatung im Einzelfall ersetzen. Auch können unter Umständen andere Gerichte - selbst bei vergleichbarem Sachverhalt - zu einer anderen rechtlichen Wertung gelangen.

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Baugerüst ist kein zulässiger Rettungsweg

24.06.2019 – Ein Mehrfamilienhaus muss für den Fall eines Brandes zwei Rettungswege haben. Die Anforderungen an den zweiten Rettungsweg sind nicht hoch. Es kann auch die Feuerwehrleiter sein. Eine Bedingung muss er aber haben. Er darf nicht an Fenstern entlangführen. Weil aus denen im Brandfall Feuer und Rauch treten kann.

Ein Baugerüst ist deshalb kein zweiter Rettungsweg, entschied das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen (OVG NRW, Beschluss v. 12.09.2018 – 7 B 1104/18).

Mieter lässt Handwerker nicht arbeiten - Mietminderung ab dann nicht mehr möglich

28.05.2019 – Mieter müssen es nicht hinnehmen, wenn ihre Wohnung Mängel hat. Unter anderem können sie dann die Miete mindern. Als Mieter muss man es allerdings dulden, wenn der Vermieter die Mängel beseitigen will. Weigert man sich, die Mängelbeseitigung durch den Vermieter, dessen Mitarbeiter oder von ihm beauftragte Handwerker zuzulassen, darf ab diesem Zeitpunkt die Mieter nicht weiter gemindert werden.

So entschied das höchste deutsche Gericht in Zivilsachen, der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil vom 10.04.2019 – VIII ZR 12/18).

Urteil: Barzahlung vor Baubeginn kann Indiz für Steuerhinterziehung sein

23.05.2019 - Wenn einem Handwerker vor Beginn der Arbeiten 3.800 Euro in bar gegeben wurden, ohne dass dafür eine Rechnung vorliegt, spricht das dafür, dass der Betrag nicht versteuert werden sollte. Oder anders formuliert: dass Schwarzarbeit vereinbart wurde. Darauf wies das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein (OLG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 07.01.2019 - 7 U 103/18) hin.

Eine der Folgen von Schwarzarbeit kann besonders bitter sein: der Auftraggeber hat jegliche Gewährleistungsansprüche verloren.

Erbe muss vor Hausverkauf nicht dessen Zustand erforschen

21.05.2019 – Wer einem etwas verkauft, haftet, wenn es Mängel am Kaufgegenstand gibt. Das kann mitunter teuer werden. Bei Immobilienverkäufen werden deshalb solche Haftungen in der Regel ausgeschlossen. Was wiederum für den Käufer gefährlich ist. Weil er dann auf dem manchmal hohen Aufwand für die Mängelbeseitigung sitzen bleibt.

Dass die Möglichkeit, sich einer Haftung zu entziehen, für einen Verkäufer nicht unbegrenzt besteht, haben wir schon in vielen Bau-News-Beiträgen beschrieben. Das Stichwort heißt „arglistiges Verschweigen“. Wer so etwas macht, obwohl er von einem Mangel weiß, der einen erheblichen Aufwand nach sich zieht, haftet. Der Gewährleistungsausschluss nutzt dann nichts.

Doch in der Praxis ist es nicht immer einfach, einem Verkäufer ein arglistiges Verschweigen nachzuweisen. Ein Fall, der dem Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 15.03.2018 – I-24 U 124/17) vorlag, zeigt das. Zwei Erben hatten nach dem Tod ihrer Eltern deren Haus verkauft. Ob die Eltern zu Lebzeiten noch eine erhöhte Kellerfeuchtigkeit mitbekommen hatten? Die Erben jedenfalls nicht. Sagten sie.

Wer bei Ende von Bauarbeiten die Baustelle in unsicherem Zustand verlässt, haftet weiter

17.05.2019 – Unfälle auf Baustellen müssen nicht sein, wenn alle aufpassen und sich an die Regeln halten. Kommen aber trotzdem immer wieder vor. Häufig wegen der Verletzung von Verkehrssicherungspflichten.

Mit einem besonders bösen Unfall eines Handwerksmeisters musste sich das Oberlandesgericht Stuttgart (OLG Stuttgart, Urteil vom 13.12.2018 – 2 U 71/18) befassen. Er war in einem Rohbau durch eine nicht abgesicherte Aussparung auf den etwa fünf Meter tiefer liegenden Betonboden im Erdgeschoss gestürzt.

Das Rohbauunternehmen und dessen Bauleiter müssen deshalb zahlen. Als sie drei Monate vor dem Unfall gegangen waren, hatten sie die Baustelle in einem verkehrsunsicheren Zustand verlassen.

Zu starke Worte: Bauträger der Neusanierung eines Altbaukellers verspricht, muss ihn auch trockenlegen

14.05.2019 – Starke Worte in der Werbung oder große Versprechungen in einem Vertrag können auf die Füße fallen. Darüber haben wir in vielen Beiträgen unserer Bau-News in den letzten Jahren berichtet.

In Berlin hatte sich eine Bauträgerin zu der Sanierung eines Altbaus verpflichtet. Die sollte so grundlegend sein, dass sie mit Neubauarbeiten vergleichbar sei. In der Baubeschreibung versprach sie auch, den Altbaukeller neu zu sanieren. Dann muss der danach aber auch trocken gegen Feuchtigkeit isoliert sein, entschied das Kammergericht (KG, Urteil vom 19.02.2019 – 21 U 40/18; für die Nichtberliner: das Kammergericht ist das Berliner Oberlandesgericht).

Bußgeld droht, wenn man nicht weiß, wer mit Abfallentsorgung beauftragt wurde

08.05.2019 – Wer Abfall loswerden will kann das selber erledigen. Oder damit jemand anderes beauftragen. Der muss aber zuverlässig sein. Darüber, ob das der Fall ist, muss man sich selber vergewissern. Tut man das nicht, kann so etwas ein Bußgeld nach sich ziehen.

1000 Euro muss ein Betroffener in einem vom Oberlandesgericht Karlsruhe (OLG Karlsruhe, Beschluss vom 09.04.2019 – 2 Rb 8 ss 58/19) entschiedenen Fall zahlen. Er konnte nicht einmal sagen, wen er eigentlich beauftragt hatte.

Und es hätte noch teurer werden können.

Wer ihm keine Vorgaben gemacht hat, haftet nicht für Fehler des Architekten

06.05.2019 – Ein Architekt muss seine Leistung so erbringen, dass sie den anerkannten Regeln der Technik entspricht und genehmigungsfähig ist. Er kann sich nicht darauf berufen, dass der Bauherr ihm keine Vorgaben gemacht und ihn nicht überwacht hat.

Das entschied das Kammergericht in Berlin (KG, Urteil vom 01.02.2019 – 21 U 70/18 für Nichtberliner: Das Kammergericht ist das Berliner Oberlandesgericht).

2. Teil: Wer Brunnen bohren lässt, kann nicht Wasser erwarten – Brunnenbauer muss aber tief genug bohren

30.04.2019 – Vor einigen Jahren berichteten wir über ein Urteil des Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt. Die Überschrift unseres Bau-News-Beitrages fasst es so zusammen: Wer einen Brunnen bohren lässt, kann nicht erwarten, dass Wasser gefunden wird.

[Zum Bau-News-Beitrag vom 24.03.2015]

Doch wenn ein Brunnenbauer daraus ableitet, die Arbeit nur halb zu machen, aber den vollen Werklohn zu verlangen, irrt er sich.