Schadenersatz wegen Beschädigung von Bäumen

Immer wieder kommt es bei Bauarbeiten zu Beschädigungen von Bäumen auf dem eigenen Grundstück. Der klassische Fall sind Tiefbauarbeiten, bei denen die technischen Normen DIN 18920 und RAS-LP4 nicht eingehalten und Baumwurzeln zerstört werden oder Beschädigungen durch den Anstoß von Maschinen und Fahrzeugen.

Aber auch mutwillige Eingriffe, etwa durch Nachbarn oder Anwohner, gehören dazu.


Bäume - ein erheblicher Wert

Bäume stellen unter Umständen einen erheblichen Wert dar. Schon kleinere und mittlere Beschädigungen können dann einen Schadensersatzanspruch auslösen, der sich durchaus auf eine vierstellige Höhe pro Baum beziffern kann.

Der für die Beschädigung eines Baumes zu zahlende Schadensersatz wird seit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes aus dem Jahre 1975 ("Kastanienbaumfall" - BGH, Urteil vom 13.05.1975 zum Az. VI ZR 85/74 - NJW 1975, 2061; zuletzt bestätigt in BGH, Urteil vom 25.01.2013 - V ZR 222/13) in Anlehnung an das Sachwertverfahren, der sogenannten Methode Koch, (sinnvoller Weise: durch einen Sachverständigen) berechnet. Bei der Bestimmung der Höhe des Schadensersatzes wird davon ausgegangen, dass ein Baum ein wesentlicher Bestandteil des Grundstücks ist, eine Funktion für dieses ausübt und seine Beschädigung den Grundstückswert mindert.


Schadensersatz auch dann, wenn derzeit keine Neuanschaffung beabsichtigt

In den meisten Fällen ist die Anpflanzung eines gleichwertigen, unter Umständen mehrere Jahrzehnte alten, Baumes nicht möglich. Jedenfalls würde sie unverhältnismäßige Kosten verursachen. Der Schadensersatzanspruch erstreckt sich daher auf die Kosten einer angemessenen Neuanpflanzung, die Pflegekosten für die Wachstumszeit, einen Zuschlag für das Wachstumsrisiko sowie eine im Voraus zu zahlende Pauschale für einen etwaigen Minderwert. Dieser Anspruch besteht auch dann, wenn Sie mit dem Geld derzeit keine Neuanschaffung vornehmen möchten. Fiktive Abrechnung nennt sich das. Nur die anteilige Mehrwertsteuer gibt es dann nicht.


Wir vertreten Sie bei Baumbeschädigungen

Unsere Kanzlei Radziwill ● Blidon ● Kleinspehn berät Sie über die Vorgehensweise bei Baumbeschädigungen und vertritt Sie außergerichtlich gegenüber dem Schädiger und dessen Versicherung, wenn es sein muss, auch gerichtlich. Zu unseren Mandanten gehörten in der Vergangenheit sowohl private Grundstückseigentümer als auch brandenburgische Kommunen.

Dieses Tätigkeitsfeld wird überwiegend bearbeitet von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Baurecht und Architektenrecht, Claus Radziwill.


(Dieser Artikel wurde zuletzt überarbeitet am 11.03.2017)



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